Rückblick: Erste Veranstaltung am 22.09.2016

Großes Kino für kleine Zuschauer am 22.09.2016
Kinoveranstaltungen ohne Sprachbarriere für geflüchtete Kinder im Grundschulalter

Bei der ersten von insgesamt sechs Veranstaltungen der filmothek der jugend nahmen 23 Kinder im Alter von sieben bis zehn Jahren der Regenbogenschule Duisburg-Marxloh teil und besuchten die Stadtbibliothek.

Unter der Begleitung der Schulsozial-pädagogin, der Klassenlehrerin und der Interkulturellen Beraterin erkundeten die Kinder die erste Etage der Stadtbibliothek. In der dortigen Kinderbibliothek wurden den Kindern die Ausleihe von Büchern sowie die verschiedenen Themengebiete gezeigt.
Besonderes Interesse lag dabei auf der Auswahl von internationalen Kinderbüchern in den jeweiligen Sprachen, welche bei den Kindern aus Armenien, Bulgarien, Griechenland, Syrien und der Türkei für Neugier und Erkundungslust sorgten. Der Großteil der Kinder verfügte über keine oder rudimentäre deutsche Sprachkenntnisse, was die Vermittlung über Gestik und aktives „Zeigen“ verlangte. Umso mehr freuten sich die Kinder deswegen über das Angebot an Medien in ihrer Muttersprache und stöberten in den verschiedenen Büchern.

Sehr ruhig, zurückhaltend und an manchen Stellen fast scheu wirkten viele Kinder, vor allem diejenigen, die keinerlei Möglichkeit hatten, sich sprachlich auszudrücken.

Bei der Filmpräsentation im Anschluss jedoch schienen die sprachlosen Inhalte alle Kinder ausnahmslos zu packen. Es wurde gelacht und aufmerksam dem Geschehen gefolgt, vor allem als die Spannung zunahm und „Shaun das Schaf“ mit seiner Cleverness und Abenteuerlust auf dem Weg zur Stadt und wieder zurück zum heimischen Bauernhof für fast 90-minütige Unterhaltung sorgte. Auch in Anbetracht der Länge des Films wirkten die Kinder weder gelangweilt noch unruhig und verweilten die gesamte Zeit über auf ihren Plätzen.

Nachfolgend bastelten die Jungen und Mädchen unter Anleitung Shaun das Schaf- Masken, erstellten bunte Buttons an der Button-Maschine und probierten Shaun das Schaf Apps aus. Neben lustigen Schaf-Frisuren wurden auch spektakuläre Hindernisläufe digital gemeistert und die Präsentation über einen großen Bildschirm sorgte für Schmunzeln bei allen Beteiligten. Der Umgang mit den Apps auf dem iPad erfolgte intuitiv und in wenigen Minuten hatten die Kinder die Funktionsweise der Apps verinnerlicht.

Rückblickend erscheint die Veranstaltungslänge von drei Zeitstunden ideal für die Zielgruppe. Mit einer kurzen Pause waren die Kinder auch am Ende des Vormittags aufnahmefähig und neugierig gestimmt. Die fehlenden Sprachmöglichkeiten schienen viele Kinder einzuschränken.

Deswegen wurden Angebote wie die Filmvorführung oder das Ausprobieren der Apps umso freudiger angenommen, da sie einen großen Kontrast zu der täglichen derzeit sprachlichen (Über)Forderung der Kinder darstellten. Der räumliche und personelle Rahmen des Tages gab den Kindern genügend Sicherheit, um sich auf unbekannte Inhalte einzulassen, sodass viele Mitglieder der Gruppe im Verlauf mutiger wurden in der Annahme und Ausführung der Angebote. Ebenso waren die Betreuerinnen dankbar für ein derartiges Angebot, an dem alle Kinder trotz Sprachbarrieren gleichermaßen partizipieren konnten.